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Geschichte


Im 10. - 12. Jh. bestand bereits eine jungslawische Siedlung in natürlicher Schutzlage an der Sernitzniederung, genannt Burgwall.

Bruchhagen ist eine alte Burgmannssiedlung der Feste Greiffenberg, die der Eigentümer, Henning von Greiffenberg, gründete. Das Adelsgeschlecht derer von Greiffenberg war bereits im 12. Jh. mit dem Stammlehn Greiffenberg bekannt.
In der Mitte des 13. Jh. wird die Kirche, ein rechteckiger Feldsteinbau mit quadratisch verbrettertem Turmaufsatz, erbaut.
Zum Zeitpunkt der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes als Bruchove im Jahr 1375 sitzen 7 Burgmannen auf ihren Höfen. (Später werden verschiedene Ortsnamen verwendet: 1540 Brughaue, 1541 Bruchhoff, 1578 Bruckhaffe und 1648 Bruchhagen.)
Mit der fortschreitenden Befriedung des Landes und der Vereinigung aller Rechte auf die Greiffenbergs sind die Burgmannen nicht mehr nötig.
1396 ist Bruchhagen Pfarrdorf.
1578 einigten sich die Brüder Joachim und Jakob von Greiffenberg darauf, einen gemeinsamen Schulzen in Bruchhagen zu bestellen.
Das Schossregister von 1578 berichtet über die Bauernlegen im Ort. In Bruchhagen kaufte v. Greiffenberg (1606) vier Hüfner, 2 Kossäten und in Fergitz von Holzendorf zwei Bauerhöfe, die von Kossäten bearbeitet wurden.
Bis zum Konkurs wohnte Joachim von Greiffenberg von 1608 bis 1613 auf dem Grundbesitz in Bruchhagen. 1615 kaufte Liberius von Steglitz auf Criewen den Grundbesitz Bruchhagen, den er 1621 an die Familie von Holzendorf weiter verkaufte.
Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) brachte auch für Bruchhagen Verwüstungen, Plünderungen, Leid und Tod. Einwohner, die von den Truppen verschont blieben, vielen der Pest (1624) zum Opfer.

Der Pfarrer Niklaus Grau schrieb 1712 über Schicksale in Bruchhagen während des Dreißigjährigen Krieges:
" In Bruchhagen sind nicht mehr als 3 Personen übrig, welche zum Tisch des Herren gehen können. Die Gutsherrschaft ist geflüchtet, die Soldaten haben geplündert. Die Kirche ist inwendig zerstört, Stühle und Holzwerk verbrannt und das Kirchengerüst ist gestohlen worden."

An der Welse bei Bruchhagen gab es die Bruchmühle, die bis Ende des 17. Jh. den Namen Weinmühle trug. Nach der Zerstörung wird 1805 berichtet, dass die Bruchmühle wieder in Betrieb ist.
1835 wurde das Vorwerk zum ersten Mal erwähnt.
Zum Rittergut gehörte 1855: 1 Ziegeleibetrieb, 1 Händler, 1 Krüger, eine Wassermühle an der Welse mit zwei Mahlgängen, einem Graupengang und einer Ölpresse mit 6 Stampfern.
1861 wird in den historischen Dokumenten von einer Schule berichtet.
Zu dieser Zeit werden ein Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche von Bauern, zwei Drittel vom Gut bewirtschaftet.
Etwa um 1860 erwarb Graf von Redern zu Görlsdorf das Gut Bruchhagen von der Familie Holzendorf mit Gut, Vorwerk, Ziegelei, Brennerei, 11 Wohn - und 20 Wirtschaftsgebäuden.
1861 wurden eine Gewerbesteuer (33 Taler), eine Massensteuer und eine Grundsteuer (60 Taler) erhoben.
Der Bahnhof Welsow/Bruchhagen an der Strecke Berlin - Stettin wird im Jahre 1910 eröffnet.

In zwei Weltkriegen verloren 9 Bruchhagener ihr Leben, 3 Personen wurden vermisst und 3 Einwohner starben an Typhus.
1946 wurde Graf von Redern enteignet, er hatte ca. 738 Hektar Land. Insgesamt wechselten bei der Bodenreform 871 ha Land- und Forstflächen den Besitzer.



 



 

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